Theresienstadt

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Die Kleine Festung entstand am Ende des 18. Jahrhunderts als Bestandteil eines Festungskomplexes in der Nähe des Zusammenflusses von Elbe und Eger, des zu Ehren der Kaiserin Maria Theresia Theresienstadt genannt wurde. Fast von Anfang ihres Bestehens an wurde sie als Gefängnis verwendet, das neben Angehörigen der Armee eine ganze Reihe von Personen durchliefen, die mit dem nationalen Befreiungskampf in Mittel- und Südosteuropa in Verbindung standen. Während des I. Weltkrieges waren hier die Attentärter Franz Ferdinand II. und die an der Rumburger Rebellion Beteiligten inhaftiert. Nach der Okkupation Böhmens und Mährens durch Nazideutschland, als sich infolge des faschistischen Terrors die übrigen Strafanstalten allmählich füllten, wurde im Jahre 1940 in der Kleinen Festung ein Gefängnis der Prager Gestapo eigerichtet. Die ersten Häftlinge kamen am 14.06.1940 hierher. Während des Krieges durchliefen ca. 32.000 Gefangene das Lager, 5.000 davon waren Frauen. Es handelte sich vor allem um Tschechen, mit der Zeit aber auch um die Angehörigen anderer Völker, zum Beispiel um Bürger der UdSSR, um Polen, Deutsche, Jugoslawen und gegen Kriegsende dann sogar um Gefangene aus den Reihen der britischen Armee, um französische Geiseln usw. Besonders schwer war das Schicksal der inhaftierten Juden. Die überwiegende Zahl der Häftlinge bestand aus Personen, die wegen verschiedener Äußerungen gegen das Naziregime verhaftet worden waren waren, unter anderem die Mitglieder des gesamten Spektrums der Widerstandsbewegung. Für viele von ihnen war die Kleine Festung nur eine Durchgangsstation, von wo aus sie vor die Nazigerichte, in Zuchthäuser, Gefängnisse und KZs gelangten, wo ungefähr 8.000 starben. Im Theresienstädter Gefängnis starben infolge schlechter Lebensbedingungen, Krankheit und Folter von seiten der Aufseher annähernd 2.500 Häftlinge.
Gegen Kriegsende bereitete sich im überfüllten Gefängnis eine Fleckentyphusepidemie aus, gegen die die Lagerleitung nichts unternahm. Nach der Flucht der Aufseher am 05.05.1945 lief eine Hilfsaktion an, die Ärzte und Pfleger aus Prag und Roudnice a. d. Elbe mit umfangreicher Unterstützung der örtlichen Bevölkerung organisiert hatten. Am 08.05. fuhren die ersten sowjetischen Kampfwagen in Theresienstadt ein. Entscheidend für die Beendigung der Epidemie war der Eingriff sowjetischer Sanitäter.
In den Jahren 1945-1948 wurde die Kleine Festung als Internierungslager für Deutsche, die aus der Tschechoslowakei zwangsangesiedelt wurden, verwendet. Auf Initiative ehemaliger Gefangener und Hinterbliebener beschloss die Regierung 1947, die Gedenkstätte Theresienstadt anzulegen, die dazu berufen ist, an die vernichtenden Folgen der Unterdrückung von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten zu erinnern.

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