| Vorbemerkung des Projektleiters zum Interview mit dem Ministerpräsidenten: | |||||||||||||||
| In den E-Mails an die Politiker wurde ein Zeitraum von 3 Wochen zur Rückantwort erbeten. Wolfgang Clement hat diesen Zeitraum als einziger Kandidat nicht eingehalten und sein Interview erreichte uns erst nach Redaktionsschluss am Abend des letzten Schultages vor den Osterferien. | |||||||||||||||
| Im Gegensatz zu den meisten Schülerinnen und Schülern, die eine Veröffentlichung des angekündigten Interviews wegen der Zeitüberschreitung rundweg ablehnten, bin ich der Meinung, dass wir auch die Hektik der Wahlkampfzeit und den Termindruck der Spitzenpolitiker angemessen zu berücksichtigen haben. | |||||||||||||||
| Vielleicht sind die hier angesprochenen Schüler ihrerseits auch einmal froh, wenn ihnen anlässlich einer Klassenarbeit ein wenig mehr Zeit zur Verfügung gestellt wird als ursprünglich vom Lehrer veranschlagt wurde. | |||||||||||||||
| Holger Schwettmann, Projektleiter | |||||||||||||||
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| Unsere Redaktion: |
| Herr Clement, welche zukünftigen politischen Aufgaben kann die SPD Ihrer Meinung nach besser lösen als die anderen Parteien? |
| Wolfgang Clement: |
| Für die SPD steht die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit an erster Stelle. Heute können wir sagen: Die Trendwende auf dem Arbeitsmarkt ist da. Wir haben in Nordrhein-Westfalen in diesem Frühjahr 81.000 Arbeitslose weniger als vor zwei Jahren, die Zahl der offenen Stellen ist heute so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr. Ich bin überzeugt: Wir können Arbeitslosigkeit in den Griff bekommen. Alle Prognosen sagen uns, dass wir uns auf einen lang anhaltenden Wirtschaftsaufschwung einstellen können. Ich bin zuversichtlich, dass es uns vor diesem Hintergrund gelingt, die Arbeitslosigkeit in unserem Land von rund 800.000 auf 500.000 bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode zu senken. |
| Unsere Redaktion: |
| Können Sie uns drei Argumente nennen, warum gerade junge Wähler Ihnen ihre Stimme geben sollten? |
| Wolfgang Clement: | ||||||
| Erstens: Ich habe vor meiner Wahl zum Ministerpräsidenten gesagt: "Die Chancen unserer Kinder sollen unser Kompass sein für die Gestaltung der Zukunft." Auch deshalb habe ich mich Jahr für Jahr mit großem persönlichem Engagement dafür eingesetzt, dass mehr Ausbildungsplätze bereitgestellt werden. Mit Erfolg: Zum ersten Mal seit vielen Jahren haben wir im Land eine ausgeglichene Lehrstellenbilanz.. Wir haben die Jugendarbeitslosigkeit im vergangenen Jahr im Schnitt um fast neun Prozent verringert, bei den langzeitarbeitslosen Jugendlichen sogar um 40 Prozent, und ich bin jetzt zuversichtlich, dass wir sie bis zum Ende der kommenden Legislaturperiode sogar auf Null bringen können. | ||||||
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| Unsere Redaktion: |
| Herr Clement, glauben Sie, dass die CDU- Spendenaffäre bei der Landtagswahl in NRW noch eine entscheidende Rolle spielen wird? |
| Wolfgang Clement: |
| Die Affäre lähmt verständlicherweise viele in der Anhängerschaft der CDU. Aber wie sich das bei der Wahl auswirkt, wage ich nicht zu prognostizieren.. |
| Unsere Redaktion: |
| Was hat Sie überhaupt dazu bewogen, in die Politik zu gehen? |
| Wolfgang Clement: |
| Schon als junger Redakteur habe ich mich für die Ost-Politik von Willy Brandt begeistert und bin damals durchs Sauerland getingelt, um auf Veranstaltungen dafür zu werben. Als ich dann später das Angebot von Willy Brandt erhielt, Sprecher der SPD zu werden, war das für mich eine interessante Herausforderung und auch eine Herzenssache. Ich empfand es sehr verlockend, selber mitzugestalten, zu verändern und etwas zu bewegen. |
| Unsere Redaktion: |
| Wo liegen - nach Ihrer Einschätzung- Ihre persönlichen Stärken? |
| Wolfgang Clement: |
| Ich denke, da sollte man zuerst Menschen fragen, die mich gut kennen. Wenn ich mich selber einschätzen soll, dann würde ich Ausdauer und Stehvermögen nennen - das hilft mir nicht nur beim Joggen. |
| Unsere Redaktion: |
| Welche Eigenschaften würden Sie an sich selbst als "Schwäche" bezeichnen? |
| Wolfgang Clement: |
| Über meine "Ungeduld" ist ja schon manches geschrieben worden. "Herr, gib mir Geduld, aber sofort", so hat meine Frau einmal mein Lebensmotto beschrieben. Ich sage lieber, das ist nun einmal mein Temperament. |
| Unsere Redaktion: |
| Herr Ministerpräsident, wir bedanken uns für das Interview. |