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 11.11.2001

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Tag "Wider das Vergessen"   

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Tag "Wider das Vergessen"
von Martin Rathke
Anlässlich des Jahrestag der sogenannten "Reichskristallnacht" fand an unserer Schule eine Veranstaltung zum Thema "Wider das Vergessen" statt. Die Schülerinnen und Schüler des Kurses Sozialwissenschaften des Jahrganges 10 hatten ihre Mitschüler aus den Jahrgängen acht, neun und zehn zu einer Lesung eingeladen, die sich mit der Judenverfolgung im Dritten Reich auseinandersetzte.
Gelesen wurden Texte von Zeitzeugen der unheilvollen Ereignisse, die auch mehr als 60 Jahre danach noch nichts von ihrer bedrückenden Wirkung auf den Menschen verloren haben. Bei den Texten handelte es sich um ausgesuchte Erzählungen oder Zitate aus der Perspektive von Opfern, Tätern und Zeugen. Unterstützt wurde die Lesung durch die Darstellung historischer Bildaufnahmen. Ermöglicht wurde die Bilddarstellung durch die freundliche Leihgabe eines Beamers des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums in Bochum.

Das Ziel der Veranstaltung lag darin, die Schülerinnen und Schüler mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte zu konfrontieren und eine Betroffenheit zu schaffen, die die jungen Menschen dazu anregt, sich mit der Thematik von Machtmissbrauch, Terror und Gleichgültigkeit auseinander zu setzen. Gleichzeitig sollte den Opfern gedacht werden.
Die Reihenfolge der von den Kursmitgliedern vorgelesenen Texte skizzierte grob den chronologischen Ablauf der Ereignisse. Begonnen wurde mit einem Zitat von Hitler, das bereits einige Jahre vor der "Machterschleichung" geäußert wurde. Diese Aussage zeigte bereits zu diesem Zeitpunkt deutlich, welche Ziele bezüglich des Umgangs mit der jüdischen Bevölkerung, dem späteren Gewaltherrscher politisch vorschwebten. Im Weiteren wurde die immer radikalere Entwicklung der Judenverfolgung dokumentiert.


Angesprochen wurden folgende zeitliche Phasen:


- Boykott jüdischer Geschäfte
- Diskriminierung der Juden im Alltag
- Benachteiligung jüdischer Kinder in der Schule
- Rassenkunde
- Reichskristallnacht
- Deportation
- Massenerschießungen
- Unmenschlicher Umgang mit Menschen
- Todeslager

Rückblickend läßt sich feststellen, dass die abgedunkelte Atmosphäre in der Aula, die sorgsam ausgewählten Textdokumente und die dazu passenden Bilder bei den meisten Schülern eine tiefe Betroffenheit erzeugten. Dies äußerte sich in der Stille, die trotz der Anwesenheit von über 250 jungen Menschen in einem Raum, über den gesamten Verlauf der Lesung vorherrschte. Auch die Reaktionen und Äußerungen der Schüler, die sich im Anschluss an die Veranstaltung mit ihren Klassenlehrern in ihre Klassenräume begaben und und das Erlebte reflektierten, deutete darauf hin, dass viele Schüler zum Nachdenken angeregt worden sind.

Abschließend soll noch einmal das Zitat von Günther Anders aufgeführt werden, mit dem die Lesung beendet worden ist:
"Wenn sich aber derartiges wiederholen sollte, dann wird in der Tat jeder von uns mitschuldig sein. Das nächste Mal wird man von 'Kollektivschuld'  nicht nur sprechen dürfen, sondern sprechen müssen."