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Tag
"Wider das Vergessen" |
| von Martin
Rathke |
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Anlässlich des Jahrestag der
sogenannten "Reichskristallnacht" fand an unserer Schule eine Veranstaltung zum
Thema "Wider das Vergessen" statt. Die Schülerinnen und Schüler des Kurses
Sozialwissenschaften des Jahrganges 10 hatten ihre Mitschüler aus den Jahrgängen acht,
neun und zehn zu einer Lesung eingeladen, die sich mit der Judenverfolgung im Dritten
Reich auseinandersetzte.
Gelesen wurden Texte von Zeitzeugen der unheilvollen Ereignisse, die auch mehr als 60
Jahre danach noch nichts von ihrer bedrückenden Wirkung auf den Menschen verloren haben.
Bei den Texten handelte es sich um ausgesuchte Erzählungen oder Zitate aus der
Perspektive von Opfern, Tätern und Zeugen. Unterstützt wurde die Lesung durch die
Darstellung historischer Bildaufnahmen. Ermöglicht wurde die Bilddarstellung durch die
freundliche Leihgabe eines Beamers des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums in Bochum.
Das Ziel der Veranstaltung lag darin, die Schülerinnen und Schüler mit dem dunkelsten
Kapitel der deutschen Geschichte zu konfrontieren und eine Betroffenheit zu schaffen, die
die jungen Menschen dazu anregt, sich mit der Thematik von Machtmissbrauch, Terror und
Gleichgültigkeit auseinander zu setzen. Gleichzeitig sollte den Opfern gedacht werden.
Die Reihenfolge der von den Kursmitgliedern vorgelesenen Texte skizzierte grob den
chronologischen Ablauf der Ereignisse. Begonnen wurde mit einem Zitat von Hitler, das
bereits einige Jahre vor der "Machterschleichung" geäußert wurde. Diese
Aussage zeigte bereits zu diesem Zeitpunkt deutlich, welche Ziele bezüglich des Umgangs
mit der jüdischen Bevölkerung, dem späteren Gewaltherrscher politisch vorschwebten. Im
Weiteren wurde die immer radikalere Entwicklung der Judenverfolgung dokumentiert.
Angesprochen wurden folgende zeitliche Phasen:
- Boykott jüdischer Geschäfte
- Diskriminierung der Juden im Alltag
- Benachteiligung jüdischer Kinder in der Schule
- Rassenkunde
- Reichskristallnacht
- Deportation
- Massenerschießungen
- Unmenschlicher Umgang mit Menschen
- Todeslager
Rückblickend läßt sich feststellen, dass die abgedunkelte Atmosphäre in der Aula, die
sorgsam ausgewählten Textdokumente und die dazu passenden Bilder bei den meisten
Schülern eine tiefe Betroffenheit erzeugten. Dies äußerte sich in der Stille, die trotz
der Anwesenheit von über 250 jungen Menschen in einem Raum, über den gesamten Verlauf
der Lesung vorherrschte. Auch die Reaktionen und Äußerungen der Schüler, die sich im
Anschluss an die Veranstaltung mit ihren Klassenlehrern in ihre Klassenräume begaben und
und das Erlebte reflektierten, deutete darauf hin, dass viele Schüler zum Nachdenken
angeregt worden sind.
Abschließend soll noch einmal das Zitat von Günther Anders aufgeführt werden, mit dem
die Lesung beendet worden ist:
"Wenn sich aber derartiges wiederholen sollte, dann wird in der Tat jeder von uns
mitschuldig sein. Das nächste Mal wird man von 'Kollektivschuld' nicht nur sprechen
dürfen, sondern sprechen müssen." |
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